Josef Budek
Lexikon Angewandter Verglimpfung
von DDR-Wortpraxis und Lebenserfahrung

CD-Lexikon
  - reich betont und bebildert -
mit einem zusätzlichen Informationsbereich
F UDDR mit Stasi

F
  hier: Demofassung  E
von fast 1000 Stichwörtern nur einige Dutzend


Vorbemerkung des Herausgebers:

Lexikon Angewandter Verglimpfung - dafür hat der Verfasser viele Wörter, die in der DDR gang und gäbe waren, mit Verve und auf Dauer gesammelt. Er selbst ist ja gelernter K und hat alle diese selbst benutzt. Und (das ist sein eigentliches Verdienst) er hat hinter und unter sie gefragt, hat die Wortpraxis hinter/unter der gesellschaftlich-ideologischen Verhüllung der Wörter hervorgepult  F also verglimpft.
Wörter, deren Verbreitunggrad demoskopisch nicht genau erfaßt werden kann, sind der außerwissenschaftlichen Genauigkeit halber mit einem
[ gekennzeichnet.

Geleitworte des Verfassers:

Mein außerordentlicher Dank gilt all denen, die mir geholfen haben, die $ der Verglimpfung zu finden und benutzen zu lernen.
Mein Dank soll aber auch jenen gelten, die mir die Wörter frei Ohr lieferten. Ich durfte sie nur nicht stören in ihrer erinnerungsfrohen, also von Erinnerung freien Rede, kündend von ihren heldischen Taten und ihren kühnen Unterlassungen während verlebter Tage, Nächte und Dezennien. Wie Wodka flossen die Wörter, wie ungetrübte Wässerchen im trübenden Strom der Verinnerung.
Da schoß ein Blitz aus makrelischen Himmeln und schärfte die Sinne. Und siehe
F Die Wörter existieren in einer außen sichtbaren und in einer verinnerlichten Dimension. Um in diese zweite - die Iniderdimension - zu gelangen, brauchen wir die besondere $ ; erst dann können wir die Wörter verglimpfen. Sonst bleiben sie verunglimpft, und niemand weiß mehr, wofür sie standen. Also erinnern wir uns, woran wir uns erinnern müssen, um damit froh und somit frei zu sein.

Wem das Verstehen sich sperrt, der nehme sich eine DDR-Zeitung oder oder oder   è Nachschlag
    und zur zeitlichen Orientierung 
è  Gezeiten der DDR
Wem des Wissens nicht genug, wende sich Unserer DDR zu  F UDDR

 - Verfasser und Herausgeber: Josef Budek -
graphische Miniaturen: Kay West - mit herzlichem Dank!

a priori ð Von vornherein war die DDR der bessere deutsche Staat, weil ein sozialistischer Staat, weil auf der Seite des Fortschritts; deshalb F K Sieger der Geschichte. Beweise F Dokumente der SED und Blockparteien, Gewerkschaften und aller Massenorganisationen; F Verfassung, Einleitungen zu Gesetzen, wissensch. Werke der Diplom-Historiker und Diplom-Philosophen, Lexika aller Fachrichtungen, Werke der Kunst-, Natur-, Wirtschaftswissenschaftler; F schöngeistige Literatur, Bühnenwerke, Dichtung. è Stolz, è Nation,  trotz è 17. Juni 1953 und è Antifawall

A ð M , wenn nicht genehmigt. Schon in Bertold Brechts Theaterstück Die Mutter erklärt der Lehrer Iwan Wessowtschikow: "Das A bei Arbeiter ist genau wie das A bei Ausbeutung." SED-Parteisekretäre wurden mißtrauisch bei diesem Zitat. "Was soll das hier bei uns? Wer sollte bei uns die Arbeiterklasse ausbeuten - wo sie doch selbst an der Macht ist?" Der Verfasser erhielt für einen geplanten Knopf mit "A" 18 Monate Gefängnis.

F "Anarchie"; kam im Zuge der 68-er Bewegung aus dem Westen (über Fernsehen oder durch Besucherç ); wurde von jungen K benutzt, zunächst als mal was anderes, dann auch gegen die sozialistische Ordnung gerichtet; wurde entsprechend geahndet F Disziplinarmaßnahmen, selbst ^ verhafteten ^ , ziehen sie des "Verrats an der heiligen Sache der Arbeiterklasse und ihrer historischen Mission", verfehmten sie wegen Separatismus, è Reformismus, è Revisionismus, ideologischer Diversion

F Atomwaffen; zunächst offizieller Protest gegen die NATO-Nachrüstung [SZ], in trautem Gleichklang mit den westdeutschen Friedensfreunden; dann zunehmend gegen sowjetische Atomwaffen; besond. auf evangel. Kirchentagen äußerten Basisgruppen immer öfter Unmut gegen die sowjet. SS 20-Raketen.  (Foto: Atombunker Großdölln; Quelle ZDF)
Sowjetische Atomwaffen gab es seit 1959 in der DDR. Auf den geheimgehaltenen NVA-Stützpunkten der Atomprengköpfe tragenden Raketen wurden nur Zeitsoldaten (min. für 3 Jahre) eingesetzt. Sie waren sehr stolz, bei den "Großen Zigarren" sein zu dürfen.
Die Atom-Sprengköpfe behielten natürlich die sowjet. Streitkräfte der Gruppe West (in der DDR stationiert) unter Verschluß.
  
è Friedensbewegung

Aal ð sollte bestätigten Gerüchten zufolge durchaus auch in DDR-Gewässern vorkommen, wurde jedoch nur auf den Tafeln der ^ und ihrer Gäste gesichtet; tauchte in Dosen im è INTERSHOP und in den DELIKAT-Läden [BZ-SZ] als Deutsches Erzeugnis aus Schleswig-Holstein wieder auf. Ansonsten Anlaß für üble Scherze. J Kommt ein Mann in ein Fischgeschäft. "Haben Sie Aal?" Der Verkäufer nimmt ihn beiseite. Nach einer halben Stunde fragt er den Kunden: "Haben Sie gehört, daß irgend jemand nach Aal gefragt hat?" "Nein." "Na also, und wozu soll ich mir so 'nen Ladenhüter zulegen?"
~ ~ ~ ~

BAM ð Baikal-Amur-Magistrale; 2. große Sibirische Eisenbahntrasse; DDR-Jugendliche bauten mit; großes Wildost-Abenteuer in den 60ern u. 70ern. Für viele Jugendliche eine der wenigen Möglichkeiten, etwas von der Weite der Welt zu spüren, und sei es nur in den Wäldern und Sümpfen Sibiriens. Brachte natürlich auch ein è Bienchen ein.
In den 80ern dann offizielle DDR-Baustelle an der Erdöltrasse in der Ukraine.



denunzieren ð ebenso verpönt wie in jedem anderen zivlisierten Land. Doch da meldete der freundliche Nachbar, der sich eben von seinem Nachbarn einen Hammer ausgeborgt hat, dem ABVç oder der VPç , daß sein Nachbar an einem komischen Ding baue, das wie ein Propeller aussehe. Flugs kamen Genossen der Kriminalpolizei (Abt. K Iç ) und begutachteten den Propeller, wobei sie fanden, daß der Propeller für ein Fluchtgerät geeignet wäre. Denn der Bürger sei nach Befragung kein aktives Mitglied der GSTç und habe sowieso keine Sondererlaubnis, zuhause einen Propeller anzufertigen. Also: Verdacht auf Republikflucht, weshalb die sofortige Mitnahme des Betreffenden erfolgte zwecks è Klärung eines Sachverhalts. Ein Mitglied der HGLç meldete dem Genossen ABV, daß die Familie in der ersten Etage links am letzten Montag und Mittwoch Westbesuch gehabt habe, ohne dies dem Hausbuchführer zu melden; einmal eine männliche Person in einem dunkelblauen Wintermantel mit grauem Hut, das zweite Mal diesselbe Person und eine weibliche mit braunem Pelzmantel. Der erste Besuch habe etwa zwei Stunden am Nachmittag, der zweite bis in den späten Abend gedauert, so daß der Weggang nicht mehr beobachtet werden konnte. Da das ~ verpönt war, gab es für das è Bescheid sagen (RIAS-Interview mit einem unfreiwilligem Flüchtling am 17.7.61) unterstützende Hilfen im Strafrecht. F § 225 StGB Unterlassung der Anzeige: "Wer von dem Vorhaben, der Vorbereitung oder der Ausführung eines Verbrechens gegen die DDR vor dessen Beendigung glaubwürdig Kenntnis erlangt und dies nicht unverzüglich zur Anzeige bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft." Und wer will schon getadelt werden? 
F hier ein nettes Beispiel für eine systemtreue Meldung eines Vaters und Hausbuchführers:
Das Hausbuch zu führen war natürlich eine Ehre und hob die Wichtigkeit der Person.

Feuerbachthese, apokryphe, von K. Marx ð Fundamental-Drohung der Kommunisten: "Die Philosophen haben die Welt bisher noch nicht kaputt gekriegt - daran muß doch zu drehen sein!"

Fischerinsel ðTeil des histor. Berlin (südlichster Teil der Spreeinsel: Museums-Insel, Schloß-Insel, Fischer-Insel); abgerissen für Neubau-Komplex, besonders für Kaderç und verdienstvolle K .

Firma ð damit war die Stasiç gemeint.

FKK ð Freikörperkultur; © als eine der fundamentalen persönlichen Freiheiten; in ständiger Ausbreitung begriffen; auf Hiddensee schon seit den 20er Jahren Tradition, auch am Rande einiger anderer Ostseebadeorte. Aber als Massenerscheinung erst nach 1961; " als psychologischer Ausgleich für die geschlossene Grenze mußten Grenzen nach innen überschritten werden. Die ^ , als sehr spießig bekannt, sträubten sich gegen die Ausweitung der FKK-Strände. Doch auch sie konnten von der Fortschrittlichkeit des Nacktbadens überzeugt werden. Schließlich sei die FKK schon in den 20er Jahren als ein Protest gegen die Einzwängung des menschlichen Körpers in Uniformen - besonders in die reaktionären kaiserlichen - gewesen. Doch nun erst, unter sozialist. Bedingungen, könne sich der Mensch endlich frei entfalten. So komme der FKK eine nicht zu unterschätzende progressive Bedeutung zu. An jedem neuen  See - meist eine geflutete Kohlengrube - waren die FKK-Freunde zuerst da. Später wurde am anderen Ufer auch ein Textilstrand eingerichtet.

Freundschaftsgrenze ð zu Polen und der Tschechoslowakei. Bis 1973 gab es nur die Möglichkeit, mit "Freundschaftsdelegationen" oder auf besondere Einladung/Erlaubnis in diese Länder zu reisen. Erst nach dem Abschluß des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages wurden diese ~n für K geöffnet. Nun konnte der K mit Personalausweis dorthin fahren und DDR-Mark umtauschen. Doch weil die K zu kaufwillig waren (besonders Grundstücke hinter der ~), schränkte die tschechische Regierung den Umtausch auf 30 Mark/Tag ein.

Friedensbewegung ð  Am 1.9.83 war eine Kerzenkette von der US-Botschaft bis zur SU-Botschaft geplant; aber schon nach einer halben Stunde, d.h. nach ca. fünfzig Metern, von Polizei-Kommandos unterbrochen; Festnahmen. 1983 gab es Gesprächsrunden und Demonstrationen auf den Kirchengrundstücken (erlaubt als geschlossene Veranstaltung): "Frauen für den Frieden", u.ä.; Stasi-Mitarbeiter, als Reporter getarnt, stellten Fragen, die auf Straftatbestände zielten. Vor den Kirchen wurden Baustellen eingerichtet: Fußwege abgesperrt, mit Preßlufthämmern die Straße aufgerissen, Passanten mußten auf die andere Seite wechseln, Sprechchöre und Gesänge zur Gitarre/Blockflöte vom Kirchengelände waren nicht zu hören. Aktion "Fasten für den Frieden" zunächst in der Kirche, dann (August) an den Arbeitsplätzen geplant, doch nur von wenigen durchgeführt. Fasten wurde als Gefährdung der Sicherheit der DDR gewertet, den Fastenden wurde mit Strafe gedroht. Manche Arbeitskollegen allerdings hatten Verständnis, fanden den stillen Zweikampf mit der Staatsmacht spannend. Innerhalb der ev. Kirche gründeten sich Friedenskreise, die natürlich nur unter Beachtung konspirativer Spielregeln zusammenkommen konnten. (Die kannte man aus kommunistischen Filmen.) ¤ Verständigung mit Berliner Taxifahrer: "Könn'se den dunkelgrünen Wartburg hinter uns loswerden?" Nach einem Blick in den Rückspiegel: "Mach'n wir glatt!" Schwupps - durch die Nebenstraßen Haken geschlagen und die Stasi abgehängt. è Stasi

Friedenskampf, Friedenskämpfer ð die _ in der DDR und in den Bruderländern standen 24 Stunden des Tages im ~; auch den "richtigen" Freiheitsbewegungen anderswo wurde dieser Titel zuerkannt. ¤ Lied bei der Fahneç Fern von hier, am Deutschen Eck, Friedenskämpfer stehn auf Wacht! Damit waren die _ der KPD/DKP gemeint. è Kampflied

Gezeiten der DDR [ ð manchmal ging es bergauf, manchmal wieder runter; je nach der Konstellation der SED-Parteibeschlüsse innerhalb der terristischen Fremdbewegung, Fsynchron oder asynchron zur Moskauer Partei-Zeitrechnung;
[VZ] Die Antifa-Zeit in der SBZ - alles war unklar und schien offen;
[FZ] Die Gründung der DDR legte den Kurs fest: Alleinvertretungsanspruch der Kommunisten: Sowjetisierung und Stalinisierung; 3 Mio. Menschen flüchteten in den Westen;
[GZ] war bestimmt vom Gewöhnen an die Abschirmung vom Klassenfeind und der weiten Welt, die Gewöhnung an das Eingesperrtsein ohne es zu merken (eine beachtliche Leistung!)  
è Lebensraum
[BZ] = die Phase der Anerkennung der DDR mit Lockerungen in den Gesichtern der
^ und im Leben der K bis zur Ausweisung des _ Wolf Biermann 1976.
[SZ] = zunehmendes Erkennen der Reformunfähigkeit von Partei und Gesellschaft bis zum Großen Rausschmiß
ç; [EZ] war geprägt von vermehrter Meckerei und Meuterei im Volk und wöchentlicher Sorge der ^ um den Fortbestand von Haushalt und Staat.   è Wende

Humor ð "Die Belebung echten Humors ist entscheidend an die Erneuerung aller zwischenmenschlichen Beziehungen geknüpft, wie sie sich im solidarischen Kampf der Arbeiterklasse und beim Aufbau des Sozialismus entwickeln. ... In der sozialistischen Kunst und Literatur der Gegenwart nimmt der H. seinen Platz als Reflektor des Heiteren in diesen sich herausbildenden neuen Beziehungen ein." (Kulturpolit. Wörterbuch, Dietz-Verlag 1970); Der Galgenhumor der K entzog sich der Definitionskunst der _ Kulturwissenschaftler. $ Eigentlich war ihnen der bissige Humor der Straße nicht geheuer/nicht kontrollierbar. è Schwejk, è Witze

HWG ð Person mit häufig wechselndem Geschlechtsverkehr. Stempel hinten in den Personalausweis.

Judenwitze ð die alten, die man noch von den Eltern kannte, wurden früher hinter vorgehaltener Hand erzählt; später [BZ] wieder offen, neben neuen deutschen vor allem aus der Sowjetunion.J F Vor einem Moskauer Geschäft steht eine lange Menschenschlange, weil es heute Fleisch geben soll. Zur Öffnungszeit kommt der Verkaufsstellenleiter heraus: "Nur Geduld, Leute! Ja, es kommt Fleisch, aber es reicht natürlich nicht für alle. Die internationale Futtermittelkrise trifft auch uns. Wer Jude ist, kann schon mal gehen." Gegen Mittag kommt er wieder heraus. "Also, Leute - es kommt Fleisch, aber nicht so viel wie geplant. Die internationale Solidarität verlangt schließlich auch von uns Opfer. Die Sympathisanten können nachhause gehen." Nachmittags kommt er zum dritten Mal heraus: "Genossen! Leider kommt heute wohl kein Fleisch mehr. Aber euch brauche ich ja nichts zu erklären." Erwidert ein Genosse: "Alles mögliche verstehen wir, nur eines nicht: Warum werden die Juden immer bevorzugt?!"  è  Antisemitismus

Jugendbaustellen ð Seit der Aktion è Max braucht Wasser [VZ] gab es ständig neue Großobjekte, an denen vorrangig die Jugend eingesetzt wurde F Talsperre des Friedens Sosa, Eisenhüttenkombinat Ost, Kraftwerk Trattendorf, Altmärkische Wische, Friedländer Wiese, Überseehafen Rostock, Flughafen Schönefeld, Erdölkombinat Schwedt, Kernkraftwerk Nord, Drushba-Trasse, BAMç , Erdgastrasse Sowjetunion u.a.; da war Abenteuerlust dabei, eigenes Geld, "Frohes Jugendleben"ç , das Gefühl, das eigene Land auch für sich selbst aufzubauen und so einen Anteil daran zu haben.

Kartoffelkäfer, kalifornischer ð O wurde von imperialistischen Flugzeugen, die dafür die großzügigen Überflugrechte mißbrauchten, über den LPG-Felder abgeworfen, um den siegreichen Vormarsch des Sozialismus aufzuhalten. $ breitete sich der ~ vor und während des II.Weltkrieges von Südwest-Frankreich her über Europa aus.

Kartoffelpufferinsel ð Rügen, Zipfel im Jasmunder Bodden. Da gab es den ganzen Tag über während der Ferienzeit kleine Kartoffelpuffer für 30 Pfennige. Eine Hausfrau war durch einen Zufall darauf gekommen, daß die FDGB-Urlauber ihre Verpflegung gern ergänzen würden. Sie erhielt die staatliche Erlaubnis, zunächst allein, dann - mit zunehmendem Zuspruch - mit anderen Frauen an mehreren Gas-Zweiflammern vor ihrem Haus Puffer zu backen. Die K füllten einen Teil ihrer Ferienzeit mit dem Anstellen, bis zu vier Stunden - dann war man schon an der Reihe.

Kindergarten ð Teil des sozialistischen Bildungssystems; F Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem der D.D.R., § 11: "Die Kinder sind zur Liebe zu ihrer sozialistischen Heimat und zum Frieden zu erziehen." "Die Erzieherinnen arbeiten nach einem staatlichen Bildungs- und Erziehungsplan." è Liebe

Kinderpanzer ð Die größeren Pionierhäuser waren reichlich ausgestattet. So besaßen sie zur besseren klassenmäßigen Erziehung der Kinder auch Panzer und Schützenpanzerwagen;F fahrtüchtige Modelle mit Zweitakt-Motor, in denen sich die lieben Kinder schon mal mit ihren späteren Einsatzfahrzeugen vertraut machen konnten, unter der Anleitung von NVA-Offizieren. Dagegen richteten sich fast nur kirchliche Frauen-Initiativen [SZ+EZ].

< Gasmaske für Kinder

kinderreiche Familie ð Familie mit 4 und mehr Kindern; genoß Vorzug bei Vergabe einer Wohnung, von Ferienplätzen und Einrichtungskrediten; Vorzug auch beim Erwerb eines PKW oder Kleinbus vom VEB Autohandel (Gebrauchtwagen). è Kredite

Kind krank ð neben der allgem. gebräuchl. Ausrede für Arbeitsbummelei © für das Fernbleiben von Demonstrationen, Kundgebungen, Feierstunden, Betriebsversammlungen verwendet. Dabei gab es auch Absprachen unter den Kollegen/KolleginnenF Art der Krankheit, Dauer; ¤ "Masern hatte dein Kind schon mal. Jetzt ist meins dran."
 

Klappe zu, Affe tot! F

Im Sommer einundsechzig           

Im Sommer einundsechzig,
beim Kurs von eins zu fünf,
da machten die Grenzgänger
sich täglich auf die Strümpf'.
    Klappe zu, Affe tot,
    endlich lacht das Morgenrot.

im Sommer einundsechzig
da holten aus Westend,
die Weber sich das Kopfgeld,
die Waffen der Agent.
    Klappe zu, Affe tot,
    endlich lacht das Morgenrot.

Im Sommer einundsechzig,
am 13. August,
da schlossen wir die Grenzen,
und keiner hat's gewußt.
    Klappe zu, Affe tot,
    endlich lacht das Morgenrot.

(Kampfgruppen vor dem Brandenburger Tor)
Text: Heinz Kahlau (prominenter DDR-Dichter),
Musik: Wolfgang Lesser
(ab 1985 Präsident des DDR-Komponistenverbandes)
Ja, die _ Künstler waren stolz auf die revolutionäre Tat ihrer _ Kämpfer und _ Bauarbeiter, vor allem jedoch auf die Chuzpe ihrer ^ ! è Antifaschistischer Schutzwall  èStolz

Klärung eines Sachverhalts ð Formel der Genossen von der K I, um einen verdächtigten Bürger unverzüglich der Stasi zuzuführen. "Gomm'se mit, zur ~!" Keine Erklärung - keine Widerrede. è K I.

Klassenbewußtsein ð "In seiner wissenschaftlich begründeten Form entsteht es mit der Entwicklung des Marxismus-Leninismus, der durch die marxistisch-leninistischen Parteien in die Arbeiterklasse hineingetragen wird." (Kleines Politisches Wörterbuch, Diez-Verlag) F Wenn K endlich begriffen hatte, daß er zur Arbeiterklasse gehörte, also zur herrschenden Klasse, daß es ihm also besser ging als den ausgebeuteten Arbeitern im Westen, dann besaß er ~. è a priori, è Arbeiterklasse

Kredite ð [FZ] als Ausbeutungs- u. Manipulationsinstrument des Kapitalismus gebrandmarkt; [BZ] FKonsumtionskredit für erste Wohnungseinrichtung: Für junge Ehepaare bis 25 Jahre. Man mußte sich also beeilen mit der Heirat. Anschließend konnte man diesen 'Kredit "abkindern", d.h. mit 3 Kindern wurde die Kreditsumme (500,M) komplett erlassen. Rentnerkredit für Fernseher, Kühlschrank, Waschmaschine; F Hausinstandsetzungskredit für Arbeiterfamilien und kinderreiche Familien (Baumaterial gab es natürlich nicht, da mußte man findig sein und è organisieren.); F Kredite für Betriebe und Kommunen als Überschreibung staatlicher Nichtgelder.

Kritik ð Erziehungsinstrument des Kollektivs am einzelnen; nur ^ oder besonders im Klassenkampf gestählte _ sind in der Lage, als einzelne konstruktive ~ zu üben, ohne dem Kritizismusç zu verfallen; für Normal-K ansonsten M , außer, er zeigte Mißstände an, die die Partei regeln konnteF fehlender Zement auf Baustelle; è besonderes Vorkommnis;è Selbstkritik;è Satire

Lager für Erholung und Arbeit ð für Oberschüler, und Lehrlinge (Azubis); Arbeit auf einer sozialistischen Groß-, Jugendbaustelle, anschließend Ferienlager in Zelten o.ä.;a hat auch Spaß gemachtF etwas Geld verdient für die Ferien, ohne die Eltern anbetteln zu müssen; und nach dem Feierabend "frohes Jugendleben"; F für Studenten galt das entsprechende Programm Studentensommer  è Bildungswesen

Malimo ð Gewebe, Strick-Gewirk; bes. für Industriegewebe (Filter), aber auch für Haushaltstücher verwendbar. Erfinder: Mauersberger an der TH Karl-Marx-Stadt; er brauchte ca. 10 Jahre, um die ^ von der vorteilhaften Produktion zu überzeugen; nach Anerkennung aus Italien, Frankreich und Schweiz endlich als große DDR-Erfindung gefeiert.  è Erfinderstolz

NATO-Lulle ð Westzigarette; gegen Westgeld im INTERSHOPç oder im Fress-Exç für DDR-Mark erhältlich

NATO-Pelle ð Nylon-Regenmantel aus dem Westen.

natürlich ð ~ geht das jetzt schon kaputt!; ~ gibt's im Winter keine frische Petersilie!

OV ð operativer Vorgang: Aufspüren, Analysieren, Einschätzen, Bearbeiten mit allen tschekistischen Mitteln und Methoden.



Darum kümmerten sich die verschieden Dienste der Staatssicherheit
è  Kümmern



Parteiinterne Information ð wurde von den ^ über die Bezirkssekretäre, Kreissekretäre und Betriebssekretäre an die _ weitergegeben, was nicht an die große Glocke gehängt werden sollte; ¤ In den nächsten Tagen, wenn das neue Lohnsystem wirksam wird, kann es zu Unruhen unter den Arbeitern kommen, die auch der Klassengegner ausnutzen wird, um unsere Partei in Mißkredit zu bringen und einen Keil zwischen Partei und Arbeiterklassse zu treiben. Deshalb gilt jetzt erhöhte Wachsamkeit! Jeder_ hat auf seinem Platz zu sein und offensiv die Linie der Partei zu vertreten. Urlaub gibt es nur in direkter Abstimmung mit der Parteileitung.

Renommierpimmel J auch Protzkeule F Fernsehturm am Alex; die Bezirks-Parteileitung Berlin versuchte krampfhaft, einen anderen Namen in Umlauf zu bringen; Langer Lulatsch wurde sogar probiert, stieß aber auf Ablehnung, weil so der Funkturm heißt. In der Berliner Zeitung wurde sogar ein Wettbewerb veranstaltet; von Moderatoren in Funk und Fernsehen wurde mit wenigen Ausnahmen der Kosename Telespargel verwendet. Die K waren stolz auf ihren Fernsehturm. Die Partei hatte ihn an dieser Stelle geplant, damit er von allen wichtigen Straßen, auch in Berlin(W) gesehen werden kann. Aber für die vielen Berliner, die sich nicht mit der DDR identifizierten, war und blieb er der R~. Und er funktionierte nicht, wie von den Fernsehleuten gefordert. Es gab auch keine Kabel-Verbindung zu den Fernsehstudios von Adlershof und Johannisthal - wie vorgesehen. Das darumherumliegende Stadtzentrum leidet unter schlechtem Empfang wegen Überstrahlung. Hauptsache, daß er höher wurde als der Eiffelturm von Paris! (Die westlichen Alliierten hatten gegen den Bau des ~ Protest eingelegt, weil er in der nördlichen Einflugschneise von Tempelhof liegt. Sie wollten jeglichen hohen Turm in Stadtgebieten verbieten lassen, aber die Franzosen spielten nicht mit.

Revisionismus, Revisionist ð M Denkart, bes. bei è alten_ ; im Ausland bei Sozialdemokraten, Eurokommunisten. F Revision der theoretischen Positionen des Marxismus-Leninismus; $ andere Auffassungen von Sozialismus/Kommunismus; knabberte an der Macht der einen Partei.

Satire ð "Zu dem aktuellen Anliegen der sozialistischen ~, Anachronismus und Menschenfeindlichkeit des Imperialismus mit dem künstlerischen Wort zu treffen und zu entlarven, tritt mit dem Aufbau der sozialist. Gesellschaft zunehmend ein neuer satirischer Auftrag: Entwicklungswidersprüche der Individuen und der sozialist. Gesellschaft signalisieren und lösen zu helfen. ... Der sozialist. Arbeiter-und Bauern-Staat, der die machtgewordene Grundlage der Aufhebung aller satirischen, ahumanen Zustände ist, kann nicht mehr Gegenstand der ~ sein, sondern vielmehr die ästhetisch fruchtbaren Fälle subjektiver Divergenz mit dem neuen staatlichen Wesen und Anliegen. Ebenso fordert die Überwindung der sozialen Katastrophen durch die nun beherrschte Entwicklung von der ~, jetzt als ein besonderes 'ästhetisches' Signalsystem in Erscheinung zu treten, um die sozialistische Öffentlichkeit auf solche Entwicklungsprobleme und Entwicklungswidersprüche hinlenken zu helfen, für deren Lösung die gesellschaftlichen Kräfte bereits vorhanden sind." (Kulturpolit. Wörterbuch, Dietz-Verlag 1970) Die ~künstler waren sich ihres Auftrags wohlbewußt und arbeiteten voll den Klassenstandpunktç in der ~ heraus: "Mit unserm Lachen besiegen wir den Feind." Wer dagegen verstieß, landete im Aus oder im Knast. Führende ~organe F DISTEL,è EULENSPIEGEL

Schüler vom Dienst ð hatte eine Woche lang Ordnungsdienst in der Klasse, beim Antreten vor der Schule, nach der Pause; Meldung zu Beginn jeder Unterrichtsstunde: "Melde: die Klasse 8a zum Untericht bereit. Die Schüler Meier und Schulze sind krank, der Schüler Zickel hat seine Hausaufgaben vergessen. Es meldet der Schüler vom Dienst Kabulke."

Schwejk ð "Die Abenteuer des braven Soldaten ~"; Romanfigur von J. Hasek; Tschechischer Schalk; Satire auf die Österreich. Monarchie in der Zeit bis I.Weltkrieg; ~ F Typ des Anpassers, aber auch Widerständlers durch strikten Gehorsam und wortwörtliches Befolgen unsinniger Anweisungen; J war an ~ geschult, bes. die Ni_ übten sich in der Nachahmung. è Humor, è Witze

SED ð Sozialistische Einheitspartei Deutschlands; war 1946, nachdem die KPD in der Sowjetischen Besatzungszone kein Bein auf den Boden bekam, durch Einverleibung der SPD gegründet worden. Hatte von den sowjet. ^ den Auftrag, zunächst unter antifaschistischem Firmenschild alle brauchbaren Deutschen zu sammeln, um dann später, ab 1952, geradewegs in den Sozialismus und Kommunismus zu marschieren. Die ~ hatte heftige Kämpfe zu bestehen gegen "Verräter" unter _ und Ni_ . Erster ^ Walter Ulbricht, gefolgt von Erich Honecker. Nachdem sie größer, erfolgreicher und selbstbewußter geworden war, widersprachen die ^ der SED durchaus auch ihren ^ in Moskau. Im Dezember 1989 hätte sie sich beinahe aufgelöst, nachdem ihr das Volk, bes. die Jugend, davonlief. Nach dem Hinweis von G. Gysi auf das angehäufte Parteivermögen modelte sie sich um in die Nachfolgepartei SED/PDS, dann PDS, dann "Die Linke PDS", die nun wegen der aufgedeckten Verbrechen der Vorläuferpartei SED deren Nachfolgepartei nicht mehr sein will. è  Partei Neuen Typus

Sonderzug nach Pankow ð 1) Lied von Udo Lindenberg [SZ-EZ]. Wurde überall laut gespielt, daß es aus den Fenstern dröhnte; in den Schulen heftig aber erfolglos bekämpft; wurde zum Stein des Anstoßes, löste heftige Streits aus zwischen den angepaßten Eltern und den aufmüpfigen Kindern, die seit ihrer Geburt eingemauert waren und nie eine Wahl hatten zwischen diesem Land und einem anderen. 2) Transport polit. Gefangener ins Stasigefängnis am Kissingenplatz; abgetarnt als Kühlwagen Alles frisch vom Fisch oder Elektroreparaturen u.ä.  è Dissident

Stasi ð Ministerium für Staatssicherheit (MfS); "Schild und Schwert der Partei"; "wichtigstes Machtorgan der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei" (deshalb kein "Staat im Staate"); Vorbild F Tscheka, von Lenin, Trotzki u.a. erfunden.  Die Tscheka und ihr erster Vorsitzender Felix Dzierzynski spielten eine prägende Rolle für das Selbstverständnis der MfS-Mitarbeiter: "Unsere Arbeit ist Klassenkampf mit spezifischen tschekistischen Mitteln und Methoden!"gefürchtet, aber fast ½ Mio.K ließen sich als IM's oder "gesellschaftliche Kräfte" anwerben, um den "Weltfrieden und die Zukunft unserer Kinder zu sichern", 174.200 von ihnen sind in den Akten erfaßt; immerhin konnten die _ der Stasi auch bei der Karriere oder bei der Wohnungssuche ein bißchen nachhelfen. è denunzieren

Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg (21.000 Mitarbeiter)

E
Haus 1, Sitz des Ministers E. Mielkeç

MfS insgesamt 91.000 hauptamtliche (feste) Mitarbeiter, incl. ¤Wachregiment "Feliks Dzierzinsky"
außerdem: Büro der SV Dynamo

F ¤Kundschafterlied

Das MfS war auftragsgemäß flächendeckend tätig. Die 15 Bezirksverwaltungen (BV) hatten bis zu 4.000, die Kreisdienststellen (KD) bis zu 200 Mitarbeiter. Der größte Teil der operativen Arbeit wurde auf diesen Ebenen geleistet. In den Kreisen waren ungefähr 10.000 hauptamtliche und ca. die Hälfte der 174.200 Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) tätig. Strukturell ähnelten KD und BV der Zentrale. Die Leiter von KD und BV waren direkt dem Minister unterstellt. Objektdienststellen (OD) waren auf sicherheitsrelevante Einrichtungen, Betriebe und Objekte beschränkte Dienststellen des MfS. 

Versammlungsfreiheit ð von d. Verfassung (Art.28) garantiert. Sie konnte von jedem K ausgeübt werden, sofern sie nicht den objektiven Klasseninteressenç der Arbeiterklasse entgegenstand; dann handelte es sich um Mißbrauch der ~. Selbst eine zufällige Gruppe von Passanten, die sich um einen Gitarrenspieler scharte, konnte als verbotene Versammlung eingestuft werden (nach der "Stadt-Ordnung") è Freiheit

vier Stadtmusikanten ð "Das Märchen von den ~." statt Bremer Stadtmusikanten, denn Bremen lag nicht in der DDR. Da gab also besonders aufmerksame _ , die solche Feinheiten aufspürten. ¤ Das Berliner Lied: "Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, und dann nischt wie raus zum Wannsee!" wurde geändert F ...nischt wie raus zum Strandbad! - Der Wannsee lag ja in "Westberlin", also weit außerhalb der DDR!è Erbe

Volksschädlinge ð [FZ] die im Westen kauften, vor allem in Berlin(W). "Unser Geld in den Westen schleppen, wo es der Vorbereitung des III. Weltkrieges dient!" Also wurden solche "Subjekte" als Wirtschaftsverbrecher abgeurteilt. Besonders die Laden- oder Hausbesitzer waren gefährdet, denn da gab es für den Staat was zu holen. Aktion Rose
ç  Doch am meisen traf es die normalen Berliner, die zu ihren Verwandten in den Westteil der Stadt gingen und natürlich Geschenke mitbrachten. Oder sie kauften sich mal ein Paar schicke Schuhe oder Kaffee oder für die Kinder  West-Schokolade. Darauf warteten an den Grenzübergangsstellen (z.B. Brandenburger Tor, Oberbaumbrücke, Invalidenstraße, u.a.) oder in den S- und U-Bahnen schon die Ost-Zöllner (auf der Westseite gab es solche Typen nicht.). Sie kontrollierten die Handtaschen, Manteltaschen usw. und nahmen alles ab, was nach Westen roch, selbst Kleidung und Schuhe mußten ausgezogen werden. Dafür gab es dann schlappe blaue Arbeitshosen und -jacken und Stoffschuhe. Mit dem Bau des Antifawalls war das dann zuende. Da gab es nur die Hoffnung auf ein Westpaket von den lieben Verwandten oder ein Mitbringsel von der Westoma, wenn sie auf Besuch in den Osten durfte. Daß ^ selbstverständlich Klamotten und Autos aus dem Westen besaßen, war sicher nur eine kleine Entschädigung für ihren aufopferungsvollen Kampf für den Frieden und den Wohlstand des Volkes.     

Waschbär "Vibrette"ð handliches, hochmodernes Ultraschall-Gerät zum Wäschewaschen in der Badewanne; rüttelte den Schmutz rigoros aus dem Gewebe; © auch für Abtreibungen [BZ]; die Produktion wurde nach wenigen Jahren (Pillenknick) stillschweigend wieder eingestellt. è Erfinderstolz





wegkaufen ð ewige Angst der L , die bis in die [NZ] reicht. Bald waren es die Polen, die rosa Damenunterwäsche kauften, bald die Tschechen, die in Dresden Butter kauften [BZ]. " Die K überrannten sich gegenseitig auf den Märkten in Polen, als 1973 die Grenzen nach Osten und Südost aufgingen. In der Tschechoslowakei kauften sie Grundstücke en gros, so daß die Prager Regierung den Umtausch von DDR-Mark in Kronen drosseln mußte.

Westgrundstück ð von Westdeutschen/Westberlinern, die nach Pfingsten 1952 (Bundesrepublik trat den Pariser Verträgen bei) nicht mehr ihre Grundstücke/Schrebergärten betreten durften, aber ihre Pacht weiterhin an die Gemeinde in der DDR/Ostberlin in Westmark zahlen sollten, weil es ja weiterhin ihr Eigentum war (auch nach DDR-Recht). Später wurden die Grundstücke/Schrebergärten unter DDR-Treuhandschaft gestellt. Nach dem Mauerbau wurden diese dann an K in Pacht gegeben. Die Pachtgebür betrug für ein Haus mit Garten ca. 120,-M/Jahr, wurde auf ein Sonderkonto eingezahlt. Im folgenden Jahr konnten davon die Kosten für Sanierung/Instandhaltung zurückverlangt werden. So wurde das Pachtkonto immer auf Null gehalten. Jeder Pächter wußte, um was für eine Art Grundstück es sich handelte, zumal die Nachbarn die Eigentümer noch persönlich gekannt hatten.

Westoma ð © , weil sie Pakete schicken konnte; ab 1973 auch Westgeld auf ein Sonderkonto. J bei der Fahne: Schickt ein Soldat seiner Westoma ein Paket mit einer Handgranate. "Liebe Oma, wenn du an dem Ring kräftig ziehst, bekomme ich drei Tage Sonderurlaub."

Zersetzung  ð Richtlinie Nr. 1/76 des MfS: Auszug
"Die Festlegung der durchzuführenden Zersetzungsmaßnahmen hat auf der Grundlage der
exakten Einschätzung der erreichten Ergebnisse der Bearbeitung des jeweiligen Operativen Vorganges, insbesondere der erarbeiteten Ansatzpunkte sowie der Individualität der bearbeiteten Person und in Abhängigkeit von der jeweils zu erreichenden Zielstellung zu erfolgen.
(ausführlich im Dokument  RL 1/76 des MfS ) 
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Diese Mittel und Methoden sind entsprechend den konkreten Bedingungen des jeweiligen Operativen Vorgangs schöpferisch und differenziert anzuwenden, auszubauen und weiter zu entwickeln."  è Dissident

Zonen-Elvis ð J F Frank Schöbel, Schlager-Sänger neuen Typus', feierte Erfolge nach dem Aufruf der Partei (1963), zündende sozialistische Schlager zu schreiben und zu singen.

Zündende Schlager ð "In Zukunft wird man dann weniger in der DDR Westschlager singen als vielmehr in beiden deutschen Staaten zündende Schlager aus der DDR mit Texten, die unserem neuen Lebensgefühl entsprechen." (Jugend-Kommuniqué der SED, 1963); danach F Gründung des Oktober-Klubs, DT 64, FDJ-Diskotheken.

Zwangsadoption ð Kinder von gestoppten Flüchtlingen, Volksverrätern oder Dissidentenç kamen zuerst in eines der staatl. Heime. Wenn sie begriffen hatten, daß ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, wurden sie zur Adoption bei zuverlässigen K freigegeben. So konnten auch sie zu ordentlichen K erzogen werden.è Bildungswesen. In wenigen Fällen konnte das Rote Kreuz vom Westen her die Kinder ausfindig machen - mit Unterstützung kirchlicher Sozialarbeiter. Oft kam es erst nach dem Mauerfall zur Wiederbegegnung mit den leiblichen Eltern. Da war Ratlosigkeit auf beiden Seiten - mitunter auch Entsetzen.
Die Ministerin für Volksbildung, Margot Honecker, hatte in mehr als 70 Fällen, die ~ selbst angeordnet. Deshalb sind ebenso viel Gerichtsverfahren anhängig, wenn M.H, nach Deutschland zurückkehren sollte.

zwei Pioniere ð J "Ich mache zwei Pioniere aus dir!" F scherzhafte Drohung, jemanden fertig zu machen, in Stücke zu hauen.

zyklische Krise ð Typisch für den Kapitalismus, der daran zugrunde gehen wird. Im Sozialismus hingegen entwickelt sich alles geradlinig bis zum endgültigen Sieg des Kommunismus, dank der zielstrebigen Arbeit der L unter Führung der _ mit den ^ an der Spitze.  è a priori

 
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© Josef Budek, 2006, CD
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